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Interview mit den EWZ zum Thema Smart Meter

Smart Meter EWZ

Interview mit Simon Oehy, Fachspezialist Smart Metering, ewz

 

Können Sie das unseren Lesern kurz erklären was ein Smart Meter ist?

Ein Smart Meter ist, wie der Name sagt, ein intelligenter Zähler. Was jetzt den Zähler «intelligent» macht, darüber gibt es verschiedene Auslegungen. Bei ewz verstehen wir darunter ein System, das den Stromverbrauch viertelstündlich oder stündlich erfasst und regelmässig an die ewz-Server sendet. Im Fall der Zürcher Freilager AG ist ein solches System für Strom, Wasser (warm/kalt), Wärme und Kälte im Einsatz.

Welchen Vorteil hat es mit einem Smart Meter ausgerüstet zu sein?

Für die Kundinnen und Kunden hat ein Smart Meter verschiedene Vorteile. Einerseits besteht über unser Webportal die Möglichkeit, den eigenen Verbrauch jederzeit einzusehen. Ausserdem erhält der Kunde vierteljährlich Stromrechnungen basierend auf dem effektiven Verbrauch. Früher wurden stattdessen Akontozahlungen basierend auf dem Verbrauch des vergangenen Jahres geleistet. Für uns als Energieversorger bietet ein solches System primär den Vorteil, dass wir den Verbrauch nicht mehr vor Ort ablesen müssen. Dasselbe gilt auch für die Verwaltung bei der Nebenkostenabrechnung.

Wie sieht so ein Smart Meter aus, welche Technik wird verwendet?

Abhängig vom Medium, das gemessen wird, sieht der Smart Meter unterschiedlich aus. Die Zähler für Wasser und Wärme/Kälte befinden sich in Ihrer Wohnung, wo Sie sie gleich selbst anschauen können. Der Stromzähler befindet sich im Keller und ist ein unspektakulärer, grauer Kasten, der etwa die Grösse eines DIN-A4-Blatts hat.                 

Der Zähler überträgt seine Daten per Kupferkabel zu einem Datensammler im Haus, von wo aus die Daten verschlüsselt über das Glasfasernetz ewz.zürinet an die Systeme von ewz übertragen werden.

Welche Messwerte werden in den Wohnungen auf dem Freilager Areal erhoben?

Gemessen wird die Energiemenge am Stromzähler alle 15 Minuten in Kilowattstunden, die Wärmeenergie stündlich in Kilowattstunden und das Wasservolumen stündlich in Kubikmetern.

Ab wann werden die Daten für die Bewohner zugänglich sein? Aus welchen Grund kam es dabei zu einer Verzögerung?

Die Daten sind für die Kundinnen und Kunden, welche sich für einen Webportal-Zugang registriert haben, bereits verfügbar. Neue Kundinnen und Kunden werden monatlich aufgeschaltet. Leider gab es jedoch tatsächlich Verzögerungen. Einerseits hatten wir in der Anfangsphase ein Problem mit einem Teil der Ausleseelektronik, welches nicht wie gewünscht funktionierte. Zusammen mit dem Lieferant konnten wir das Problem im Sommer 2016 beheben. Andererseits gibt es noch einzelne Zähler in den Wohnungen, die wir über unser System nicht erreichen können, weil sie entweder fehlerhaft sind oder mit der Verdrahtung etwas nicht stimmt. Wir arbeiten eng mit den zuständigen Planern und Installateuren zusammen, um dieses Problem zu lösen. Wir bedauern die Verzögerung und bitten die Kundinnen und Kunden um Entschuldigung für die Wartezeit.

Wie kann der Kunde die Daten einsehen und wie ist dabei der Zugang und die Übertragung gesichert?

Alle Mieterinnen und Mieter auf dem Areal der Zürcher Freilager AG können bei der Verwaltung einen Webportal-Zugang beantragen. Die Verwaltung sendet uns die Anmeldung weiter und wir stellen der entsprechenden die Mietpartei einen Einladungsbrief mit den Zugangsdaten für das Portal zu. Um die Sicherheit der aufgeschalteten Daten zu gewährleisten, erfolgt der Zugang verschlüsselt. Die Sicherheit des Webportals haben wir auch durch eine unabhängige Stelle in einem Audit prüfen lassen.
Kann ich mit Smart Metering den tatsächlichen Verbrauch einzelner Haushaltsgeräte oder Vorgänge bestimmen?

Nein, bei der von ewz eingesetzten Installation kann lediglich der Gesamtverbrauch pro Wohnungsanschluss betrachtet werden, Rückschlüsse auf einzelne Geräte sind nur bedingt möglich. Wenn Sie wissen, welche Geräte Sie zu welcher Zeit genutzt haben, können Sie das in Ihren Verbrauchsdaten aber eventuell erkennen.
Wie ist der Datenschutz geregelt? Wie und wie lange werden die Daten gespeichert? Wer hat Zugriff auf diese Daten?

Der Datenschutz ist in unseren Datenschutzkonzepten und internen Weisungen klar geregelt. Zugriff haben nur jene ewz-Mitarbeitenden, die dies z.B. für die Störungsbehebung oder Verrechnung haben müssen. Die Daten werden in unseren Systemen gemäss den Branchendokumenten archiviert und in der Regel nach 5 Jahren gelöscht. Mit der Vermieterin Zürcher Freilager AG hat ewz eine spezielle Vereinbarung, diese erhält die notwendigen Daten für die Nebenkostenabrechnung.
Kann unsere Verwaltung die Daten einsehen?

Die Verwaltung hat keinen Zugriff auf die Daten der Mieterinnen und Mieter. Sie erhält lediglich die Jahreswerte für jene Zähler, die über die Nebenkostenabrechnung verrechnet werden.
Besteht Gefahr, dass meine Verbrauchsdaten durch Daten-Hacker abgefangen werden können?

ewz nimmt Datenschutz und Datensicherheit sehr ernst. So werden die Daten durch eine nicht vom Internet erreichbare Glasfaser ausgelesen und zusätzlich verschlüsselt. Kein System ist jedoch zu 100% vor Hackerangriffen sicher. Deshalb hinterfragen wir die Sicherheit unserer Systeme immer wieder und nehmen gemäss dem Stand der Technik Verbesserungen vor.
Kann ein Hacker durch diese Schnittstelle Einstellungen in meiner Wohnung verändern, also zum Beispiel meine Wohnungstemperatur erhöhen?

Das Smart-Metering-System von ewz ermöglicht heute keine Steuerung, somit ist dies nicht möglich.

Wird durch den Einsatz von Smart Metern eine Reduktion des Verbrauchs erwartet? Gibt es dazu schon Erfahrungswerte?

Dazu gibt sogar eine eigene Studie von ewz. Diese zeigt auf, dass die Effekte von Smart Meters auf das Verbrauchsverhalten zwar messbar, jedoch nicht sehr gross sind. Auch lässt sich beobachten, dass der Effekt meistens mit der Zeit abnimmt. Am grössten ist der Effekt, wenn sich die Mieterinnen und Mieter jederzeit einfach über ihren Verbrauch informieren können, so wie beim Projekt Freilager. Ergänzend bietet ewz kostenlose Energieberatungen im ewz-Kundenzentrum beim Hauptbahnhof Zürich an. Unsere Mitarbeitenden erklären gerne, wie der Energieverbrauch ohne Komforteinbussen reduziert werden kann.

Kann man schon Aussagen zum Verbrauch auf dem Freilager Areal treffen?

Ja, das ist bereits möglich. Wir wollen in Zukunft Vergleiche mit anonymen Referenzgruppen (z.B. Durchschnittsverbrauch aller 4.5-Zimmer Wohnungen auf dem Areal) auf unserem Webportal aufschalten.

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